< später | Aktuell | Archiv-Liste | früher >
Indonesien | 21.4.04 | Besetzung |
4160 |
Malang (Ostjava, s.a. 4155): 1300 Beschäftigte der Textilfabrik PT Wastra Indah halten seit über einer Woche die Fabrik besetzt. 300 weitere Arbeiter haben das Haus des Firmendirektors umzingelt. Sie verlangen für die Betroffenen der Massenentlassung Abfindungen, die doppelt so hoch sind wie gesetzlich vorgeschrieben, außerdem die Zahlung ausstehender Löhne für Januar bis April diesen Jahres, | |||
aufgenommen: Do., 29.4.2004 |
Quelle: Suara Pembarusan, 29.4.04 |
Indonesien | 27.4.04 | Wieder Unruhen in Ambon |
4159 |
(Siehe 3326, 3068) Ambon: Mindestens 21 Menschen sind bei den seit drei Tagen wieder aufgeflammten Unruhen in Ambon, der Hauptstadt der Molukken, umgekommen. Darunter zwei Polizisten, die von Heckenschützen erschossen worden sind. Angefangen hat es, als die (vorwiegend von Christen unterstützte) Separatistenorganisation Republik Maluku Selatan eine von der Polizei geschützte Kundgebung veranstaltete. Die Polizei hat Verstärkung geschickt; es soll in der Stadt weitgehend ruhig, aber gespannt sein. Viele Menschen sind geflohen. | |||
aufgenommen: Mi., 28.4.2004 |
Quelle: The Sydney Morning Herald, Suara Pembaruan, The Jakarta Post, 28.4.04 |
Thailand | 27.4.04 | Aufstand im Süden |
4158 |
Die Zahl der Ermordeten in den Südprovinzen Yala, Pattani und Songkla ist auf mindestens 95 gestiegen; darunter fünf Polizisten, bzw Soldaten. Während Premierminister Thaksin Shinawatra immer noch an seiner Einschätzung festhält, es handele sich um einen Drogenkrieg (siehe 3682), gehen die Offiziere vor Ort von einem separatistischen Aufstand aus. Sie benennen unter anderen die Pattani United Liberation Organisation (PULO) und die Barisi Revolusi Nasional (BRN). Allein gestern wurden 10 Polizei- oder Militärposten angegriffen; bei den Angreifern handele es sich durchweg um junge Leute, die mit automatischen Waffen ausgerüstet seien. Die letzte Auseinandersetzung fand vor einer Moschee statt, wohin sich einige Angreifer zurückgezogen hatte; das Militär bereitet den Sturm der Moschee vor. (S.a. 4147, 4068) | |||
aufgenommen: Mi., 28.4.2004 |
Quelle: The Nation, Yahoo! News Singapore, BBC News, 28.4.04 |
Indonesien | 26.4.04 | Arbeiteraktionen |
4157 |
Jakarta: 300 Beschäftigte des Hotel Indonesia (siehe 4153) demonstrierten zum
Parlamentsgebäude gegen den Plan, sie während der Renovierung zu entlassen. (tempo
interaktif) Bogor: 1000 städtische Busfahrer/Begleiter streikten gegen zu hohe Zulassungszahlen der Stadtverwaltung; wenn zu viele Busse dieselbe Route bedienen, könnten sie nichts mehr verdienen. (Suara Pembaruan, Pikiran Rakyat) Tangerang: 2000 ArbeiterInnen der Bekleidungsfabrik PT Jaba Garmindo streikten einen halben Tag, um gegen die Entlassung von 30 Kolleginnen zu protestieren. Die Firma will Personal abbauen und stellt die ArbeiterInnen vor die Wahl, entlassen zu werden (mit Abfindung) oder in eine andere Fabrik zu wechseln, mit ungewissem Ausgang. (Suara Pembaruan) | |||
aufgenommen: Di., 27.4.2004 |
Quelle: div., 27.4.04 |
Indonesien | 26.4.04 | Arbeiterdemos |
4155 |
Gresik (Ostjava, bei Surabaya): Einige tausend Ex-Beschäftigte der Sperrholzfabrik
PT Nusantara Plywood (s.a. 4011) demonstrierten vor dem Werkstor. Sie wollten damit
verhindern, daß Maschinen und anderes Inventar aus der geschlossenen Pleitefirma in eine
neue Fabrik in Papua bebracht wird. (Surya online) Malang (s.a. 4107): Einige tausend Beschäftigte der PT Wastra Indah (Tochterfirma der Texmaco Group) demonstrierten vor der Fabrik gegen die Entlassung von über 2000 Arbeitern. (tempointeraktif) | |||
aufgenommen: Mo., 26.4.2004 |
Quelle: div., 26.4.04 |
Indonesien | 24.4.04 | Demo gegen Militär |
4154 |
Makassar: 5000 StudentInnen demonstrierten gegen das Militär. Anlaß war der Jahrestag eines Protestes von StudentInnen gegen Fahrpreiserhöhungen im Jahre 1996. Damals wurden bei einem Angriff des Militärs auf die Studentendemo 3 Menschen getötet. Aber es ginge nicht um eine Traditionsveranstaltung, sondern um einen Protest gegen den weiter bestehenden Einfluß des Militärs (1245). Sprecher forderten, die Terrorismusgesetze (3806) wieder abzuschaffen ebenso wie alle, die dem Militär innenpolitische Macht geben. | |||
aufgenommen: So., 25.4.2004 |
Quelle: Tempo Interaktif, Sinar Indonesia Baru, 25.4.04 |
Indonesien | 23.4.04 | Arbeiteraktionen |
4153 |
Ungaran (Zentraljava): Einige hundert Beschäftigte der Möbelfabrik PT Isanti streiken
zum x-ten mal für die Zahlung ausstehender Löhne. Sie haben ihr Geld für die Monate
Oktober bis Dezember 2003 noch nicht bekommen. Außerdem hat die Firma sowohl seit
Dezember und jetzt wieder im April hunderte Arbeiter von der Arbeit freigestellt. (Suara
Merdeka CyberNews) Jakarta (s.a. 4145): Der Gewerkschaftssekretär der Hotelarbeitergewerkschaft hat angekündigt, daß wegen der Massenentlassungen des Hotels Indonesia nur noch verhandelt und nicht mehr demonstriert wird, um möglichem "Anarchismus" bei den Demoteilnehmern vorzubeugen. Es soll nicht so werden wie bei PT Dirgantara (s.a. 4149). (tempointeraktif) | |||
aufgenommen: Fr., 23.4.2004 |
Quelle: div., 23.4.04 |
Kambodscha | 19.4.04 | Streikende HotelarbeiterInnen entlassen |
4151 |
Das Raffles Grand Hotel d'Angkor hat 196 Beschäftigte entlassen. Sie streiken seit 6. April für die Auszahlung ihres Anteils an den Servicegebühren. Das Hotel bleibt aber weiterhin geschlossen, "bis Ersatzkräfte gefunden sind". Eine Nacht im Grand Hotel kostet mindestens 250 US$; ein Beschäftigter kriegt etwa 30 US$ im Monat. Sieben weitere Oberklasse- und Luxushotels in Angkor und Phnom Penh werden bestreikt. (4138) | |||
aufgenommen: Mi., 21.4.2004 |
Quelle: The Business Times, 20.4.04 |
Indonesien | 19.4.04 | Arbeiterrandale |
4149 |
Bandung (s.a. 4118): 1500 suspendierte Beschäftigte des staatlichen Flugzeugherstellers PT Dirgantara Indonesia fuhren mit Mopeds zum Obersten Gericht der Provinz Westjava, um ihrerseits eine neue Klage einzubringen. Frühere Entscheidungen waren mal für, mal gegen sie, bzw. ihre Entlassung ergangen. auf dem Rückweg zogen sie an dem Gebäude des untergeordneten Gericht vorbei, wo sie zuletzt eine Niederlage erlitten hatten. Dort bearbeiteten sie die Frontseite mit Steinen und anderem, bevor sie ihre Demo auflösten. Die Polizei kam zu spät, hat aber später einen Gewerkschaftsführer festgenommen. | |||
aufgenommen: Mo., 19.4.2004 |
Quelle: Suara Merdeka, 19.4., The Jakarta Post, 20.4.04 |
Burma / Myanmar | 17.4.04 | Oppositionspartei demonstriert |
4148 |
Rangun: 400 Mitglieder und Anhänger der National League for Democracy (NLD), meist Frauen und Ältere, aber auch einige Junge und eine Anzahl Mönche demonstrierten durch die Stadt zu einem Punkt in der Nähe der Wohnung von Aung San Suu Kyi. Der Marsch wurde von der Polizei beobachtet, aber nicht behindert. Erst als einige danach zum Haus der Parteiführerin gehen wollten, wurden sie aufgehalten. Die Regierung hat zwei NLD-Mitglieder entlassen und die Kette vor dem Parteibüro entfernt (3689). Offenbar will sie die Teilnahme der NLD am Nationalkonvent, der am 17.5. zusammentreten soll. | |||
aufgenommen: So., 18.4.2004 |
Quelle: Channelnewsasia, 17.4.04 |
Thailand | 18.4.04 | Eisenbahner erschossen |
4147 |
Nahe der Grenze zu Malaysia ist ein Schienenkontrolleur von einem Motorrad aus erschossen worden; er ist damit wahrscheinlich der dritte Eisenbahner, der Opfer von Separatisten geworden ist. Seit Januar sind im Süden Thailand, wo die Merhheit der Einwohner Muslims sind, mehr als 60 Menschen erschossen worden. Letzte Woche ist bei Schienenkontrollen eine Stelle entdeckt worden, an der mehr als 50 Bolzen entfernt worden waren. Jetzt sind bis auf weiteres alle Züge in Richtung Süden eingestellt worden. (Siehe auch 4068) | |||
aufgenommen: So., 18.4.2004 |
Quelle: AlertNet, 18.4.04 |
Indonesien | 15./16.4.04 | Gegen Massenentlassungen |
4145 |
Surabaya: Ca. 1800 ArbeiterInnen des Hausgeräteherstellers PT Kyung Dong Indonesia
demonstrierten beim Sitz des Provinzgouverneurs (Ostjava) gegen die geplante Schließung
der Fabrik. (The Jakarta Post) Bandung (s.a. 4142): Bei dem vorgestrigen Protest bei der Firma PT Tiga Negeri Raya bei wurde ein Teilnehmer von Sicherheitskräften verletzt und hinterher 150 Beschäftigte entlassen. Deswegen demonstrierten diesmal 400 Arbeiter, Angehörige und Sympathisanten vor der Fabrik und blockierten die Zufahrt. (Pikiran Rakyat) Jakarta: Hunderte Beschäftigte des staatseigenen Hotel Indonesia demonstrieren vor diesem gegen die geplante Entlassung der Belegschaft im Zuge der Generalrenovierung des Hotels. Diese Renovierung hängt mit der kommenden Privatisierung des Hotelbetriebs zusammen. Außerdem fordern die Beschäftigten höhere Abfindungen. (tempointeraktif, detikcom) | |||
aufgenommen: Fr., 16.4.2004 |
Quelle: div., 16.4.04 |
Indonesien | 14.4.04 | Wieder Krankenhausprotest |
4144 |
Jakarta (s.a. 4142) 200 bis 400 Beschäftigte aus verschiedenen Abteilungen des Cipto Mangunkusumo Krankenhaus (RSCM) demonstrierten vor der Notfallstation, wodurch sie deren Betrieb störten. Sie forderten eine andere Politik der Krankenhausleitung, auch bezüglich der Entlohnung (Zulagen). Die Aktion endete nach einer Stunde, weil das Management Kompromissbereitschaft signalisierte. | |||
aufgenommen: Do., 15.4.2004 |
Quelle: The Jakarta Post, Kompas, 15.4.04 |
China | I/04 | Stahl wird zu heiß |
4143 |
Die Zentralregierung will Inspektoren ins Land schicken, um Investitionen zu verhindern. Es geht neben Zement, Aluminium und Immobilien vor allem um Stahl. Obwohl Beijing warnt, investieren die Städte und Provinzen immer wilder in Grundstoffindustrien. Aufgrund des enormen Wachstums in China steigt der Weltmarktpreis für Stahl (in China um 35 % seit einem Jahr (International Herald Tribune, 13.4.04)), wovon die Provinzen profitieren wollen. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Investitionen in Stahl um 172 % gestiegen; aber, so beklagt die Zentralregierung, nur Erweiterung der Kapazitäten auf niedrigem technologischen Niveau.Insgesamt stiegen Investitionen der Zentralregierung um 12,1 %; die der Provinzen um fast 65 %. (Xinhua, 11.4.) Die enorme Ausweitung der Stahlkapazitäten in China - in den ersten beiden Monaten um fast 32 % gegenüber dem Vorjahr (Xinhua, 12.4.) - hat zu Preisexplosionen bei Rohstoffen geführt. Der Schrottpreis etwa hat sich in den USA innerhalb eines Jahres fast verdoppelt - "weil die Chinesen kaufen, was sie kriegen können". (Wisconsin State Journal, 12.4.). Die Provinzen können deshalb so munter investieren, weil sie ihr Geld von den Staatsbanken leihen, deren ausstehende faule Kredite dann ein Problem der Zentralregierung sind (s. 3360) Deshalb hat Beijing jetzt die Mindestreserven von Banken von 7 auf 7,5 % der Einlagen erhöht, um dem Markt Geld zu entziehen. (South China Morning Post, 14.4.) | |||
aufgenommen: Mi., 14.4.2004 |
Quelle: div. |
Indonesien | 13.4.04 | Demos |
4142 |
Jakarta: 300 Angestellte des Krankenhauses RS Cipto Mangunkusumo demonstrierten für
die Auszahlung der ihnen vertraglich zustehenden Zulagen. Außerdem protestierten sie
gegen die Entscheidung der Direktion, die Abteilung Farmazie zu einer schlichten
Apotheke zusammenzustutzen. (tempo interaktif) Bandung: Gegen die Entlassung von 16 KollegInnen, meist Funktionsträger der Gewerkschaft, demonstrierten etwa 100 Beschäftigte der PT Tiga Negeri Raya. Sie waren seit dem 17.12.03 beurlaubt, weil sie angeblich die ArbeiterInnen zu einem wilden Streik aufgerufen hatten. Damals demonstrierten ArbeiterInnen verschiedener Betriebe für die Erhöhung des Mindestlohns (3976). Die Firma will noch nicht einmal Abfindungen zahlen. (Pikiran Rakyat, Suara Pembaruan) In Surabaya (900) und in Jakarta (50) demonstrierten Beschäftigte der Forstverwaltung der Insel Java gegen Korruption, Vetternwirtschaft und Unfähigkeit der Chefs. (Media Indonesia, detik.com) | |||
aufgenommen: Mi., 14.4.2004 |
Quelle: div., 14.4.04 |
Vietnam | 10.,11.4.04 | Bauernproteste im Hochland |
4141 |
(Siehe 2348, 2297) Am Samstag in in Buon Ma Thuot, Provinz Dak Lak und Sonntag in Pleiku, Provinz Gia Lai, gab es bei Protesten von Alteingesessenen ("Bergstämme") schwere Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär. Die Demonstranten forderten auf Plakaten Religionsfreiheit, Gleichbehandlung und Rückgabe von Land. Eigentlich wollten die Altbewohner eine Woche friedlichen Protests organisieren; warum es zu den Auseinandersetzungen kam, ist unbekannt. Es soll u.a. Tränengas eingesetzt worden sein; mindestens 40 Leute, darunter Politzisten und Soldaten sollen meist leicht verletzt worden sein, mehrere hundert Menschen sind festgenommen worden. Hintergrund für die Proteste ist die Umwandlung des Landes in Kaffeeplantagen. | |||
aufgenommen: Mo., 12.4.2004 |
Quelle: deepikaglobal.com, BBC News, CNN, eTaiwan News, 11.,/12.4.04 |
< später | Aktuell | Archiv-Verzeichnis | früher >
Startseite | Asienkrise | Links
Eine Webseite von WELT IN UMWÄLZUNG Mannheim-Ludwigshafen
29. April 2004