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Südkorea 29.2.24 ÄrztInnen bleiben stur 11613
Die Regierung hatte den streikenden ÄrztInnen ein Ultimatum zum 1.3. gestellt. Dann würden Maßnahmen ergriffen, wie Entzug der Zulassung oder strafrechtliche Maßnahmen. Ohne Erfolg. Nur 294 von über 9000 streikenden ÄrztInnen sind zur Arbeit zurückgekehrt. Derweil hat die Polizei die Büros der Korean Medical Association und mehrere Privatwohnungen gerazzt. Alle ÄrztInnen wurden auf mehreren Wegen aufgefordert, die Aktion abzubrechen; die Mails erreichten aber die Adressanten nur in wenigen Fällen. Die meisten hatten entweder ihre Phones abgeschaltet oder gar ihre Adressdaten geändert. (11610)
aufgenommen: Fr., 1.3.2024

Quelle: The Korea Herald, 1.3.24


Indonesien 28.2.24 Mopedtaxifahrer 11612
Semarang, Zentraljawa: Hunderte Mopedtaxifahrer, die für die Plattformen Gojek, Grab und Maxim fahren, demonstrierten vor dem Gouverneursgebäude. Der Gouverneur hat schon im letzten November angeordnet, dass der Tarif erhöht werden soll. Die Plattformen haben das aber noch immer nicht umgesetzt. Derzeit bekommen die Fahrer 3900 Rp/km; die Entscheidung des Gouverneurs lautete aber mindestens 6500 Rp pro km (0,38 €).
aufgenommen: Mi., 28.2.2024

Quelle: Kompas, Suara Medeka, 28.2.24


China / Nordkorea 11. - 14.1.24 Nordkoreanische ArbeiterInnen 11611
Helong, Autonomer Bezirk Yanbian der Koreaner, Jilin (an der Grenze zu Nordkorea): 2000 nordkoreanische ArbeiterInnen haben eine Fabrik besetzt und Manager als Geisel genommen, nachdem bekannt geworden war, dass Löhne nicht gezahlt worden sind. Ihnen war versprochen worden, dass sie ihren Teil nach der Rückkehr nach Nordkorea bekommen. Wahrscheinlich haben KollegInnen berichtet, die wieder in die Fabrik gekommen waren, dass sie in daheim eben keinen Lohn bekommen hatten. Normalerweise bekommen die nordkoreanischen Vermittler 2500 bis 2800 Yuan pro ArbeiterIn und geben davon 700 bis 1000 Yuan an die ArbeiterInnen. Das nordkoreanische Konsulat mobilisierte Sicherheitspolizei, aber die Streikenden ließen sie nicht in die Fabrik. Ein nordkoreanischer Manager wurde totgeschlagen. Die Fabrik produziert Kleider (Radio Free Asia schreibt: medizinische Ausrüstung) und verarbeitet Fisch. Unter den Arbeitern sind viele junge Frauen, die vorher Soldatinnen waren. Löhne wurden schließlich bezahlt, aber 200 als RädelsführerInnen ausgemacht und zum Teil nach Nordkorea zurückgeschickt.
aufgenommen: Di., 20.2.2024

Quelle: Yomiuri Shimbun (Japan), Chosun Ilbo, 17.2.24


Südkorea 19.2.24 ÄrztInnen 11610
Der Streik der ÄrztInnen nimmt Fahrt auf. 6400 Assistenzärzte - das sind 55 % - haben ihre Kündigungen eingereicht; 1600 davon haben die Kliniken schon verlassen. Daneben haben sich 1100 MedizinstudentInnen dem Streik angeschlossen. Die Regierung will 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, um - wie sie sagt - den akuten Ärztemangel, vor allem im ländlichen Raum, anzugehen. Die Ärzte dagegen fürchten um die Qualität der Ausbildung. (11608)
aufgenommen: Di., 20.2.2024

Quelle: The Korea Herald, The Korea Times, 20.2.24


Papua Neuguinea Mitte 2/24 Stammeskämpfe 11609
Provinz Enga, Hochland: Mindestens 26 Männer wurden bei erneuten Stammeskämpfen massakriert, wahrscheinlich waren es weit mehr. In der Provinz kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Stämmen, vor allem seit letzten Jahr. Dieses Mal ist es aber am Schlimmsten "in der jüngeren Geschichte". Insgesamt 17 Stämme sollen involviert gewesen sein; es gibt viele illegale Kleinwaffen in diesem Gebiet. Der Hintergrund der Streitigkeiten ist unklar.
aufgenommen: Mo., 19.2.2024

Quelle: Radio New Zealand, 19.2.24


Südkorea 15.2.24 Ärzte fürchten Konkurrenz 11608
Die Regierung plant, die Zahl der Ärzte zu erhöhen, durch die Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze von derzeit 3000 auf 5000. Dagegen wehren sich die Ärzte an Krankenhäusern. 500 demonstrierten in Seoul. Geplant ist ein großer Streik; mehr als 150 haben schon mal ihre Kündigungen eingereicht. Die Regierung will aber hart durchgreifen und die Ärzte zur Arbeit zwingen. Per Gesetz kann sie das; Ärzte zählen zu "essentiellen Kräften". Wenn sie den Anweisungen nicht folgen sollten, drohen ihnen Gefängnis und der Verlust der Zulassung.
aufgenommen: Fr., 16.2.2024

Quelle: The Korea Herald, The Korea Times, 16.2.24


Kambodscha 2023 Streiks 11607
Das Ministerium für Arbeit und Ausbildung lobt sich selber, weil es gelungen ist, die Arbeitsauseinandersetzungen besser in Griff zu kriegen. Von 1005 Streitigkeiten wurden 829 gelöst. Daneben berichtet es aber auch über 119 Streiks in 101 Fabriken und 12 Demonstrationen in 8 Fabriken.
aufgenommen: Di., 13.2.2024

Quelle: Phnom Penh Post, 12.2.24


Thailand 8.2.24 Pflücker 11606

Bangkok: Seit 2006 rekrutieren Firmen in Schweden und Finnland Thailänder, um in den Wäldern Beeren zu pflücken. Rekrutiert werden sie über Agenturen in Thailand, versprochen werden ihnen europäische Löhne. Allerdings verdienen nicht alle etwas, viele kehren zurück mit nichts oder Schulden. Für alles müssen sie bezahlen: Unterkunft, Essen, Transport. Jetzt haben einige von ihnen vor den Botschaften Schwedens, Finnlands und der EU demonstriert. Sie fordern u.a. den sofortigen Stop des Menschenhandels, bis alle bisherigen Opfer entschädigt sind; Untersuchungen durch Schweden und Finnland; Unterstützung (juristisch und finanziell) für diejenigen, die Klagen und ein neues System, das auf Regierunsebene faire Bedingungen garantiert.

aufgenommen: Fr., 9.2.2024

Quelle: Prachatai, 8.2.24


Indonesien 6.2.24 Gemeineigentum 11605
Dorf Riaria, Bezirk Humbang Hasundutan, Nordsumatra (westlich am Toba-See): Hunderte Dorfbewohner demonstrierten beim Landrat gegen die Beschlagnahmung von hunderten Hektar ihres traditionellen Gemeinlandes ("Tanah Adat") durch die Regierung. Die will dort eine Plantage zur Lebensmittelproduktion einrichten.
aufgenommen: Mi., 7.2.2024

Quelle: Sinar Indonesia Baru, 7.2.24


Kambodscha 3.2.24 Protest gegen Entlassung 11604
Provinz Kampong Speu: Mehr als 100 ArbeiterInnen der Shengbo Garment Factory (Kapital aus China, produziert für MNG und Calliope, eröffnet 3/23) demonstrierten gegen die Entlassung zweier gewählter Führer einer neuen unabhängigen Gewerkschaft. Ihnen war "angeboten" worden, mehr Geld zu kriegen, wenn sie in die gelbe Fabrik"gewerkschaft" eintreten würden. Schon im November 2023 war ein Versuch, eine unabhängige Gewerkschaft zu gründen, mit der Entlassung eines Mitglieds beantwortet worden.
aufgenommen: Di., 6.2.2024

Quelle: Camboja News, 6.2.24


Indonesien 3.2.24 Weg vom Borobudur 11603
Magelang, bei Yogyakarta: Im Umfeld des Borobudur Tempels arbeiten etwa 5000 Händler, die alles mögliche an die Touristen verscherbeln wollen. Die sollen jetzt bis April umziehen, weiter weg, bis zu 2 km. Das Gelände um den Tempel soll zum "Kulturpark" ohne Bebauung werden. Dagegen demonstrierten jetzt Tausende; am neuen Platz gäbe es noch keinerlei Infrastruktur.
aufgenommen: Sa., 3.2.2024

Quelle: Kompas, 3.2.24


Indonesien 1.2.24 Streik 11602
Karawang, Westjawa: Hunderte ArbeiterInnen der PT Siam-Indo Concrete Products (Wellplatten für Dächer; Joint-Venture zwischen der indonesischen Wings und der thailändischen Siam Cement Group) streiken. Sie verlangen 7 % mehr Lohn, 1 Monat Jahresprämie und einen betrieblichen Tarifvertrag.
aufgenommen: Fr., 2.2.2024

Quelle: Koran Perdjoeangan, 1.2.24


Thailand 1.2.24 Solidarität mit Myanmar 11601
Bangkok: 300 demonstrierten vor dem Büro der UN gegen die Militärjunta in Myanmar. Anlass war der Jahrestag des Putsches vor drei Jahren (10948, siehe Asien Aktuell 2021). Der Bürgerkrieg zwischen der Armee und "ethnischen" bewaffneten Gruppen, den bewaffneten Einheiten der Gegenregierung dauert an; die Militärregierung hat in den letzten Wochen einige Niederlagen einstecken müssen.
aufgenommen: Fr., 2.2.2024

Quelle: The Irrawaddy, Mizzima, 2.2.24


Die Informationen erreichen uns auf sehr unterschiedlichem Weg und mit Verzögerungen von Stunden bis Monaten. Wir ordnen sie so ein, wie sie ankommen, deshalb ist die Liste nicht exakt chronologisch.


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1. März 2024