Asien Aktuell: News, Daten, Kämpfe, Bewegungen

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Papua Neuguinea 26.7.01 Bankstreik geht weiter

2620

Seit 8 Tagen sind die Angestellten der PNG Banking Corporation erneut im Streik (siehe 2604). sie fordern Gehaltserhöhung entlang der offiziellen Preissteigerungsrate. Ein von der Bank und der Privatisierungskommission (siehe auch 2569) angestrengter gerichtlicher Befehl an die Beschäftigten, wieder zur Arbeit zurück zu kehren, wurde vom Richter abgelehnt.
aufgenommen: Fr., 27.7.2001

Quelle: The National, The Post Courier, 27.7.01


Indonesien 25.7.01 Zigaretten- und TextilarbeiterInnen

2619

In Malang (Ostjawa) sind tausende ArbeiterInnen der Zigarettenfabrik PT Bentoel Prima (1583, 645) in Streik getreten. Sie fordern mehr Prämie, aber vor allem eine höhere Abfindung im Falle von Entlassung (46 statt 36 Monatslöhne). Die Firma sagt, sie habe bereits einen Tarifvertrag mit dem SPSI und zahle mehr als vorgeschrieben. (Jawa Pos)
In Karanganyar (Zentraljawa) streiken tausende TextilarbeiterInnen der PT Agung Teks für mehrere Forderungen (allesamt als Forderung nach Einhaltung von Gesetzen): Essensgeld, Menstruations- und Schwangerschaftsurlaub u.a. (Suara Merdeka)
aufgenommen: Do., 26.7.2001

Quelle: div., 26.7.01


Indonesien 23.7.01 Arbeiterproteste

2618

Tangerang (bei Jakarta): 700 von 1200 entlassenen ArbeiterInnen der Schuhfabrik PT Bertoni Sari demonstrierten bei der örtlichen Niederlassung der Arbeitsbehörde. Sie forderten die Auszahlung ihrer überfälligen Abfindungen, nachdem sie von der Firmenleitung dreimal vertröstet worden waren. Die Demonstranten warfen mit Steinen etliche Fenster der Behörde ein. (Jakarta Post)
Jember (Ostjava): Hunderte Arbeiter der Sojabohnenexportfirma PT Mitra Tani streiten für die Anhebung der Löhne auf das Niveau des gesetzlichen Mindestlohns. Sie sind in der Gewerkschaft FNPBI organisiert. (Jawa Pos)
aufgenommen: Mi., 25.7.2001

Quelle: div., 24.7.01


China 15. und 17.7.01 Proteste gegen Polizeibrutalität

2617

Bestätigt sind zwei Vorfälle von (alltäglicher) Polizeibrutalität in Urumqi, Provinz Xinjiang (autonome Region der Uiguren, mehrheitlich islamisch), gegen die sich spontaner massenhafter Widerstand entwickelt hat. Am 15.7.verprügelte ein Polizist einen Taxifahrer, als er dann von einer großen Menge (an die 1000 Leute) bedrängt wurde, rief er: "Was geht es euch an, was ich da mache". Das hätte er dann besser lassen sollen, denn jetzt wurde er schwer zusammengeschlagen. Als Polizeiverstärkung eintraf, weigerten sich die Leute zu gehen, bis der verletzte Taxifahrer ins Krankenhaus gebracht worden war. Zwei Tage später versuchten zwei Polizisten, sich einen kostenlosen Haarschnitt verpassen zu lassen; als sich die Friseuse weigerte, schlugen sie sie. Dann liefen sie zur ihrem Wagen, aber die Friseuse hatte sich an der Tür gegehalten und wurde mitgeschleift, bis eine Menge von einigen hundert Passsanten den Wagen stoppen konnten. Sie hielten die beiden Polizisten fest, bis andere kamen und sie festnahmen.
aufgenommen: Di., 24.7.2001

Quelle: South China Morning Post, 24.7.01


Indonesien 23./24.7.01 Präsidentenwechsel

2616

Alt-Präsident Abdurrahman Wahid "fühlt" sich zwar immer noch als Präsident, hat aber die Macht des Faktischen eingesehen. Seine Familie soll begonnen haben, zu packen. Die von der Beratenden Volksversammlung gewählte Präsidentin Megawati Sukarnoputri hat zwar die größte Partei hinter sich, aber ebenfalls keine eigene Mehrheit im Parlament; sie bleibt von der Golkar und dem Militär abhängig.
Insgesamt hat sich der Präsidentenwechsel überraschend lautlos vollzogen; in Jakarta gab es eine Demo von 300 bis 2000 Menschen für Wahid, ebenso kleinere Demos in Ostjawa.
So gut wie alle Regierungen in Asien, die USA und andere haben Megawati sofort anerkannt, ebenso das Finanzkapital: die Rupiah sauste von 11300 / US$ auf 9900.
aufgenommen: Di., 24.7.2001

Quelle: div.


Indonesien 22.7.01 Machtkampf

2615

Nachdem Amien Rais, der Sprecher des Parlaments und der Beratenden Volksversammung MPR die Bildung einer neuen Regierung angekündigt hatte, hat Präsident Abdurrahman Wahid (Gus Dur) wie erwartet den Ausnahmezustand erklärt und das Parlament und die Golkar, die frühere Partei des Diktators Soeharto, per Dekret für eingefroren erklärt. So besteht formal ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten und der Beratenden Volksversammlung, die ihn absetzen will - beide berufen sich auf die Verfassung.
Nach vorliegenden Berichten hat sich das Militär und die Polizei entschlossen, die MPR zu unterstützen. Wahid wird von Religionsführern seiner Nahladul Ulama und von vielen NGOs unterstützt. Zu nennenswerten Demonstrationen oder ähnlichem soll es bisher weder in Jakarta, noch in Ostjawa, der Hochburg der NU, gekommen sein.
Einige Minister seines Kabinetts sind zurückgetreten, vor allem Mitglieder der Golkar. Megawati Sukarnoputri, die bisherige Vizepräsidentin, hat ihre Bereitschaft erklärt, Wahid's Posten zu übernehmen. Polizei/Militär behauptet, 42 000 Mann in Jakarta in Bereitschaft zu haben. Die MPR will heute noch eine neue Regierung einsetzen.
aufgenommen: Mo., 23.7.2001

Quelle: div.


China 22.7.01 Bergewerkskatastrophe

2614

Die Zahl der Todesopfer einer Explosion in einer illegal betriebenen Mine in Xuzhou, Provinz Jiangsu, wird auf über 100 geschätzt. Das Bergwerk hatte keine Lizenz und war letzten Monat offiziell geschlossen worden. (siehe auch 2589)
aufgenommen: Mo., 23.7.2001

Quelle: South China Morning Post, 23.7.01


Südkorea 22.7.01 Gewerkschaftsdemo

2613

An die 12 000 Menschen demonstrierten in Seoul gegen den immer noch gültigen Haftbefehl gegen den Vorsitzenden des KCTU, Dan Byeong-ho (2577). Außerdem verlangten sie das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung auch für Beschäftigte des Staates. Kurz vorher war der Mindestlohn in der Höhe angehoben worden, wie es der KCTU gefordert hatte.
aufgenommen: Mo., 23.7.2001

Quelle: Yahoo! Singapore News, The Korea herald, 23.7.01


Indonesien seit 6.7.01 Papierfabrik bestreikt

2612

Nachdem der seit dem 6. Juni dauernde Streik zu keinem Ergebnis geführt hat, besetzten tausende ArbeiterInnen der PT Indah Kiat Pulp & Paper in Perawang, Bezirk Riau, Sumatra, das Verwaltungsgebäude, vertrieben die Büroangestellten und entglasten 10 Fenster. Die ArbeiterInnen fordern die übliche jährliche Lohnerhöhung, diesmal aber rückwirkend zum 1. Januar und nicht zum 1. April. Im Prinzip will die Firma die Forderung erfüllen, sie will aber nicht "auf diese Weise gezwungen" werden.
aufgenommen: So., 22.7.2001

Quelle: Riau Pos, 22.7.01


Indonesien 20.7.01 Arbeiterstreiks

2611

Purbalingga (Zentraljava): 1300 ArbeiterInnen von PT Royal Kori Indah (Produktion künstlicher Augenwimpern) streikten gegen die Entlassung des Gewerkschaftsvorsitzenden. Als die Firmenleitung nicht reagierte, verwüsteten die Streikenden das Verwaltungsbüro.Eine LKW-Ladung Polizisten beruhigte die Lage. Inzwischen erweiterten die Streikenden ihre Forderungen um Erhöhung der Transportzulage. Die Firma behauptet, der Gewerkschafter habe aus eigenem Wunsch gekündigt. (Jakarta Post)
Bandung (Westjava): 500 ArbeiterInnen der Textilfabrik PT Kanebo Tekstil Sandang Mills streiken für die Auszahlung eines Bonus, den sie seit sechs Jahren regelmäßig bekommen haben und den die Firma jetzt nicht mehr zahlen will. Außerdem fordern sie Überstundenbezahlung. (Pikiran Rakyat)
aufgenommen: Sa., 21.7.2001

Quelle: div., 21.7.01


Hong Kong 20.7.01 Haushelferdemo

2610

Ca. 80 Arbeitsmigrantinnen aus Indonesien, die in Privathaushalten arbeiten, demonstrierten gegen ihre Ausbeutung durch Arbeitgeber, Vermittlungsagenturen und die indonesische Regierung. Sie zogen vor das indonesische Konsulat, auf einem Transparent stand: "Wir sind keine Waren, wir sind Menschen". Sie werfen dem Konsulat vor, sich nicht um ihre Rechte zu kümmern, z.B. bekommen 80% der indonesischen ArbeitsmigrantInnenen in HK weniger als den gesetzlichen Mindestlohn.
aufgenommen: Sa., 21.7.2001

Quelle: Jakarta Post, 21.7.01


Indonesien 19.7.01 Streiks

2609

Bandung: Über tausend Beschäftigte der Schußwaffenfabrik PT Pindad streikten u.a. für höhere Ausbildungszulage und für Wechsel in der Geschäftsleitung.
Cirebon (Westjava): Einige Dutzend Angestellte der Bank Central Asia streikten gegen den willkürlichen Umgang der Direktion mit den Beschäftigten, vor allem wegen des geltenden Beförderungsstops.
aufgenommen: Fr., 20.7.2001

Quelle: Pikiran Rakyat, 20.7.01


Philippinen 17.7.01 Streik gegen Privatisierung

2608

Bacolod City: Angestellte der Sozialversicherung (Social Security System, SSS) haben aus Protest gegen Privatisierungpläne die Arbeit niedergelegt. Sie forderten den Rücktritt des SSS-Präsidenten, der eine Privatisierung bis 2004 angekündigt hatte.
aufgenommen: Do., 19.7.2001

Quelle: Sunstar, 19.7.01


Indonesien 18.7.01 Gasförderung wiederaufgenommen

2607

(s.a. 2376) ExxonMobil hat begonnen, wieder Erdgas im Nordaceh zu fördern. Die Gasproduktion war im März wegen Sicherheitsproblemen mit der acehnesischen Unabhängigkeitsguerilla GAM (Bewegung Freies Aceh) eingestellt worden. Die staatliche indonesische Ölgesellschaft Pertamina hat dadurch einen Verlust von $350 Millionen erlitten. Obwohl es auch im letzten Monat Angriffe auf den Gasfeldern gab, drängte Pertamina deshalb auf die schnelle Wiederaufnahme der Förderung.
aufgenommen: Do., 19.7.2001

Quelle: Yahoo! News, 19.7.01


China Mitte Juli Arbeiter freigelassen

2606

(s.a. 2208) Cao Maobin, Elektriker in der staatseigenen Funing-Seidenfabrik, ist nach 210 Tagen Haft in einer psychiatrischen Anstalt freigelassen worden, in die er eingewiesen worden war, weil er versucht hatte, eine unabhängige Gewerkschaft zu gründen.
aufgenommen: Do., 19.7.2001

Quelle: South China Morning Post, 19.7.01


Indonesien 17.7.01 Streiks

2605

Bandung (Westjava): (s.a. 2537) Mehr als 9000 Arbeiter des staatseigenen Flugzeugherstellers PT Dirgantara Indonesia sind in den Streik getreten, weil ihre Forderungen nach Bekämpfung der Korruption im Unternehmen und nach Verdreifachung ihres Grundlohns nicht erfüllt worden waren. (Jakarta Post)
Purwakarta (Westjava): Über tausend, meist weibliche Beschäftigte von PT Dada Indonesia streikten sechs Tage lang. Schließlich stimmte das Management der Erhöhung etlicher Zulagen und Bonuse zu. (Pikiran Rakyat)
Jakarta: 42 Busbesatzungen des Busunternehmens Mayasari streikten gegen die Erhöhung der täglichen Mietgebühr ihrer Fahrzeuge. Mayasari hatte die Leihgebühr von Rp. 250 000 auf Rp. 300 000 erhöht, weil wegen gestiegener Kraftstoffpreise die Stadtverwaltung einer Erhöhung der Fahrpreise zugestimmt hatte. (The Jakarta Post)
aufgenommen: Mi., 18.7.2001

Quelle: div., 18.7.01


Papua Neuguinea 16.7.01 Bankstreik

2604

(s.a. 2559) Nachdem bei einer Urabstimmung letzte Woche 95% der Gewerkschaftsmitglieder (National Staff Association) für Streik stimmten, begann der Streik bei der Papua New Guinea Banking Corporation (PNGBC) zunächst in Port Moresby und an den Geldautomaten. Die Gewerkschaft hat einige finanzielle Forderungen und verlangt außerdem, daß die Belohnungen für diejenigen, die beim letzten Streik gearbeitet haben (Zuschläge und freie Tage) zurückgezogen werden.
aufgenommen: Di., 17.7.2001

Quelle: The national, The Post Courier, 17.7.01


Indonesien 11.7.01 Aktivisten verhaftet

2603

Banda Aceh (Aceh): Drei acehnesische Aktivisten wurden auf dem Weg zu einer Protestkundgebung gegen den US-amerikanischen Ölkonzern ExxonMobil festgenommen. 200 Demonstranten protestierten im Rahmen eines internationalen Protesttages gegen die Verwicklung von ExxonMobil in Menschenrechtsverletzungen im Aceh und gegen die Feindschaft des Ölmultis gegen das Kyoto-Klimaschutzabkommen.
aufgenommen: Di., 17.7.2001

Quelle: Green Left Weekly


Osttimor 13.7.01 Rundfunkstreik

2602

Dili: Einheimische Beschäftigte des UN-Senders Radio UNTAET und TV Timor Lorosae sind für längere Verträge und bessere Bezahlung in den Streik getreten.
aufgenommen: Di., 17.7.2001

Quelle: Sydney Morning Herald, 16.7.01


Philippinen 15.7.01 Proteste gegen Reserveübungen

2601

(s.a. 2579) Die Proteste gegen die für Studenten verpflichtenden Reserveübungen (ROTC = Reserve Officers Training Course) gehen weiter. In Cebu verließen beinahe tausend Teilnehmer verschiedener Universitäten das Training und versammelten sich statt dessen zu einer Kundgebung dagegen (The Freeman). In Davao schließen sich immer mehr Studenten trotz Repressionsdrohungen dem Boykott an (Mindanao Times). Im Großraum Manila nahmen ca 7000 Studenten an Protestaktionen teil. Sie blockierten, teilweise erfolgreich, den Zugang zu den Unis, an denen die Übungen stattfinden sollten (Philippine Daily Inquirer).
aufgenommen: Mo., 16.7.2001

Quelle: div., 16.7.01

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27. Juli 2001